Von Kontaktlinsen und Reiseberichten

In dieser Serie teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit der Methode Working Out Loud. Dabei geht es darum, in einem kleinen festen Personenkreis (Circle) über 12 Wochen hilfreiche Beziehungen aufzubauen, um ein eigenes persönliches Ziel zu erreichen. In diesem Bild, sind die Kernelemente sehr gut dargestellt.

Schluss mit lustig

Aktuell sind wir in Woche 5. Jetzt ist Schluss mit lustig befürchte ich. Es geht ans Eingemachte. Wie immer dauert unser Check-in länger, weil es so viel Positives zu berichten gibt. Allerdings sind wir nicht vollzählig. Ein Mitglied hat den Termin einfach nicht mehr auf dem Schirm gehabt. Nicht schlimm. Was aber für unsere tolle Gemeinschaft spricht ist, dass wir uns auch gleich Sorgen gemacht haben, obwohl alles in Ordnung ist.

Fakten. Fakten. Fakten.

Wir sollen lernen breiter zu denken. Soweit so gut. Die Übung dazu ist 50 persönliche Fakten aufzuschreiben. Wir stürzen uns drauf und 30 bekommen wir auch prima in time hin. Bei mir stehen so Fakten wie „Ich habe einen Hund“, „Ich mag meine Arbeit“, „Ich mache Scrum-Projekte“ oder „Ich habe in München gelebt“. Schön und gut, aber wen soll das bitte interessieren? Das erschließt sich uns erstmal nicht.

Die ganzen geforderten 50 schaffen wir ehrlich gesagt nicht. Zumindest nicht auf Anhieb in dieser Timebox. Wir nehmen die restlichen 20 Fakten als Hausaufgabe mit und besprechen lieber die Vorhandenen zusammen. Die Wirkung ist toll. Es stehen viele private und persönliche Fakten in unserer gemeinsamen Notiz. Wow, was sind das für interessante Menschen, die ich hier durch WOL getroffen habe. Buchautoren, Weltenbummler, Teetrinker und Technikfreaks. Die Diskussion geht fröhlich von Kontaktlinsen über Reiseberichte bis zu Umzügen und natürlich wieder ins Geschäftliche zurück. Beeindruckend, wie gut man sich mit dieser Übung kennen lernt.

Unentschlossen

Die nächste Aufgabe lautet: „Jetzt prüfe Deine Faktenliste, such Dir einen Fakt aus und identifiziere eine Person von Deiner Beziehungsliste, für die dieser Fakt einen Beitrag darstellen könnte. Schreibe den Namen der Person auf und schicke ihr eine Nachricht.“ Oh man ist das schwer. Irgendwie sind wir daran gescheitert. Unser Dilemma war, dass es einerseits super interessant ist, für sich solche Fakten aufzuschreiben und diese natürlich mit den anderen Mitstreitern zu diskutieren, auf der anderen Seite… wen interessiert es? Schon gar nicht Menschen aus meiner Liste, die ich nur ganz flüchtig kenne. Es ist uns sehr schwer gefallen hier überhaupt einen Ansatzpunkt zu finden und haben deshalb die Aufgabe erstmal vertagt. Wir behalten es aber mal im Kopf, falls sich eine Gelegenheit ergibt, bekommt die passende Person eine Nachricht. Bestimmt fällt uns noch was ein. Das Tolle an dieser Übung ist, dass wir wieder viel über uns selbst erfahren haben und es uns auch bewusst gemacht haben. Nächste Woche erfüllen wir wieder alle Aufgaben. Versprochen.

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    Nadine Schäffer