Fachartikel Achtung Tabubruch – Spaß im Intranet

Bei der Vorbereitung auf einen Kundentermin bin ich diese Tage wieder über ein diskussionslastiges Thema gestolpert. Eine ganz einfache Frage. Darf ein Intranet auch Spaß machen? Ich sage ganz klar: ja. Es muss sogar. Oder anders herum gefragt, warum sollte es denn keinen Spaß machen? Ist das irgendwie schädlich, sinkt die Produktivität, oder zumindest die Moral?

Um es vorne weg zu sagen: Es geht nicht darum, dass der einzige Weg für Spaß und hohe Traffic-Zahlen über Moorhuhn schießen im Intranet geht. Nein, das natürlich nicht. Der Inhalt entscheidet nach wie vor. Und der Kontext, aber das ist schon wieder ein anderes Thema. Wir sind hier im Businessumfeld, nicht im Privatbereich. Wenn der Mitarbeiter sich fragt, ob er bei Facebook oder im Intranet ist, fällt es mir schwer zu glauben, dass das Projekt erfolgreich war.

Was wäre wenn

Spaß bedeutet Vergnügen. Freude an etwas haben. Eine Annahme: Der Relaunch des Intranets und der Zusammenarbeitsbereiche oder der Aufbau eines ganzen digitalen Arbeitsplatzes wurde  erfolgreich live genommen. Die Mitarbeiter sind befähigt und motiviert. Auch das begleitende Change Management zeigt Wirkung. Informationen werden jetzt schnell gefunden. Sie sind aktuell und verlässlich. Kollegen, die vorher vielleicht gänzlich unbekannt waren, helfen bei einem Problem. Schnell und ortsunabhängig. Eigene Ideen werden eingebracht und finden breite Zustimmung. Na, wenn das kein Vergnügen ist.

Diese Annahme lässt sich natürlich auch belegen. Ist ein Projekt wie beschrieben, oder so ähnlich,  gelaufen, zeigen Mitarbeiterumfragen in genau den Themenfeldern „Motivation, Spaß bei der Arbeit“ deutlich höhere Werte, als vor dem Projekt. Es lohnt sich also. Vor allem auch, nach dem Launch dran zu bleiben.

Wie ernst ist der Spaß

Fragt man nach den Gründen für einen Projektauftrag Intranet, kommt oft auch das Mitarbeiterargument. Unsere Produkte sind modern, wir orientieren uns am Markt. Wir wollen auch unseren Mitarbeitern eine Intranet- und Zusammenarbeitsplattform zur Verfügung stellen, die modern und zukunftsweisend ist. Soweit, so richtig. Auch Bedarfsanalysen im Rahmen der Analysephase ergeben häufig, dass es den Mitarbeitern wichtig ist, eine Plattform zu haben, mit der es Spaß macht zu arbeiten. Natürlich kommen auch Anwendungsfälle, die nicht rein Business sind, in die Bewertung und somit Diskussion.

Geht es dann in die strategische Planung, in der die Leitplanken für das Projekt und die Vision festgelegt werden, ist oft nochmals Diskussionsbedarf. Soll „die Mitarbeiter haben Spaß bei der Arbeit mit dem Digital Workplace“ wirklich als Rahmenparameter, natürlich neben Anderen, mit aufgenommen werden? Festgeschrieben? Ist es uns so ernst, oder doch die falsche Botschaft?

Ja, es ist so ernst. Häufig, keine Frage. Wenn in einem Projekt Wert auf Usability und auch User Experience gelegt wird, ergibt das Eine das Andere. Nutzer, die sich verstanden fühlen, Anwendungen und Applikationen als logisch und mitdenkend empfinden, haben auch Vergnügen im Umgang damit.

Anpfiff

Spaß kann auch ein Türöffner sein. Diesen Fall hatte ich bei einem Kunden. Das Thema Intranet war verbrannt, der Frust der Mitarbeiter hoch. Richtig hoch. Im Rahmen der Analyse stellte sich heraus, dass es für den Launch einen wirklich starken Anreiz geben muss. Wir wussten, dass die Mitarbeiter, wenn sie mal drin waren, auch begeistert sind. Aber erstmal mussten sie rein. Im WM-Jahr. Keine noch nie dagewesene Idee, aber ein durchschlagender Erfolg. Ein Tippspiel mit Ranking. Führungskräfte vorne mit dabei. Attraktive Preise und mögliche Zusatzpunkte. Diese konnten durch Erledigen von Aufgaben im ganzen Intranet und Zusammenarbeitsbereich verdient werden. Die Pflege des Profils hat sich in diesem Fall übrigens ganz von allein ergeben. Motivation war da und die kritische Masse schnell erreicht…

Stichwort Wertschätzung

In der Planung für Internetprojekte liegt der Schwerpunkt auf dem User. In diesem Fall der Kunde. Wer ist er? Was braucht er? Wie können die Seiten so gestaltet werden, dass das Unternehmensimage richtig transportiert wird und der Kunde Spaß auf den Seiten hat? Und natürlich im besten Fall kauft. Das ist schon lange auch im B2B-Bereich so. Mit diesem Vorgehen wird der Kunde wertgeschätzt. Korrekt. Mitarbeiter sind die ersten Markenbotschafter. Sie transportieren Image. Jeden Tag, spätestens beim Verlassen des Firmengeländes. Der Aufwand lohnt. Versprochen.

Sie möchten noch weitere Informationen zum Thema? Oder sich mit uns darüber austauschen? Wir freuen uns auf Ihre Fragen oder Anregungen!

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Nadine Schäffer