Selbstgespräche

In dieser Serie teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit der Methode Working out Loud. Dabei geht es darum, in einem kleinen festen Personenkreis (Circle) über 12 Wochen hilfreiche Beziehungen aufzubauen, um ein eigenes persönliches Ziel zu erreichen. In der letzten Woche haben wir unsere Onlineprofile auf Vordermann gebracht. Jetzt starten wir in die Woche 7  unter dem Motto „Sei zielgerichtet“.

Wir haben in der Gruppe entschieden, dass wir auch während der Urlaubszeit weitermachen wollen. Deshalb gibt es für dieses Meeting erstmal diverse technische Hürden zu überwinden, bis die Leitung nach Dänemark auf den Campingplatz steht. Video klappt heute leider nicht, ist aber nicht schlimm, wir kennen uns ja schon gut genug.

Leicht ist das nicht

Die größte Herausforderung in dieser Woche ist, einen Brief an unser zukünftiges Ich in ca. 12 Monaten zu schreiben. Die Grundannahme dabei ist, dass wir unser Ziel erreicht haben und nochmal nachbetrachten, was dafür die wichtigsten Schritte und Meilensteine waren. Unsere Gefühle sollen wir aktivieren, indem wir versuchen auch in uns zu hören, wie wir uns in 12 Monaten mit unserem erreichten Ziel fühlen. Wir sollen lernen einen konkreten Weg zu sehen.

20 Minuten Zeit haben wir dafür. Wir geben uns mal gleich 30, da die Aufgabe so schwer ist. Bevor wir starten blicken wir nochmal gemeinsam zurück und nehmen uns die Zeit dafür. Was haben wir uns vorgenommen, haben wir alle unser Ziel noch wirklich vor Augen, was ist die letzten 7 Wochen passiert? Das ist auch unsere Empfehlung für andere. Wir haben festgestellt, dass man die Ernte immer gern im Tagesgeschäft vergisst und durch die wöchentlich neuen WOL-Aufgaben, Themen die man nachverfolgen wollte, hinten runterfallen. Innehalten und zurück blicken hilft uns da.

Eine Mitstreiterin stellt fest, dass sie nach den letzten Wochen und neuen Erkenntnissen das Ziel erstmal nachjustieren muss. Wir machen das gemeinsam und sprechen auch sonst noch drüber, was wir in der Zwischenzeit anstoßen konnten und wo wir Feedback bekommen haben.

Die Briefe selbst sind super geworden. Sehr persönlich. Mir wurde wirklich klar, auf welche kommenden Ereignisse ich mein Augenmerk legen muss, damit es mit dem Ziel auch klappt. Auch welche Hürden ich erwarte und ich mich nicht nur in meiner Filterblase bewegen kann.

Zeitlich hat es natürlich überhaupt nicht hingehauen. Die nächste Aufgabe war, sich die Briefe gegenseitig vorzustellen. Wir haben nur meinen Brief geschafft. Das Feedback war toll. Richtig motivierend, aber auch berechtigt nochmal nachgefragt.

Das Schönste? Wir haben alle in unseren Briefen geschrieben, dass wir auch in 12 Monaten noch Kontakt haben wollen.

Kleiner Exkurs

Kennen Sie Joko Winterscheidt (Fernsehmensch) und Paul Ripke (Fotograf)? Heute während der Autofahrt habe ich mal in ihren Podcast #5 reingehört. Sie haben sich unterhalten und berichtet, was sie als berufliche Erfolgstipps an ihre Hörer weitergeben können. Paul hat eine Geschichte erzählt, wie er einmal ganz unverhofft von einem Fremden Hilfe bekommen und es dadurch geschafft hat, seinen aktuellen Auftrag noch rechtzeitig zu erledigen. Diesen Fremden hat er dann später zufällig wieder getroffen und konnte ihm auch einen Gefallen tun.

Der wichtigste Tipp war, dass sie beide nie so erfolgreich gewesen wären, ohne ihr Netzwerk. Sie haben immer gute Erfahrungen damit gemacht, dass sie anderen Menschen weiterhelfen und sichtbar sind. Auch wenn es erstmal keinen eigenen offensichtlichen Vorteil bringt. Irgendwann kommt man dann aber über die eine Person, der man geholfen hat zu einer anderen Person, die jemanden kennt, dessen Schwester … In meinem Kopf hat es gleich Klick gemacht. Das kommt mir doch bekannt vor. Genau diese Gedanken stecken hinter WOL!

Ein weiterer Tipp war, mutig zu sein. Neue Herausforderungen anzunehmen und zu lernen. Auch das kennen wir im Rahmen von WOL. Warum erzähle ich das? Mich hat es gefreut zu hören, dass es die Einstellung und Grundhaltung ausmacht. Im Fall von Joko und Paul auch ohne WOL, aber mit dem gleichen Ergebnis erfolgreich zu sein und ein Ziel zu erreichen. WOL ist perfekt dafür, dieses Vorgehen strukturiert, mit Hilfe anderer und schrittweise zu üben. Es klappt. Versprochen.

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Nadine Schäffer