Im letzten Teil meiner Blogserie bin ich darauf eingegangen, welche Gedanken Sie sich machen sollten, bevor Sie mit der Umsetzung Ihres Podcast loslegen. Nun ist es an der Zeit die technischen Aspekte für Ihre Podcast Produktion näher zu beleuchten.

Die Technik muss stimmen

Gerade bei der Technik sollte man „nicht am falschen Ende sparen“ habe ich festgestellt. Natürlich muss man sich nicht von Anfang an mit Highend-Equipment ausstatten, aber den einen oder anderen Euro in ein vernünftiges Mikro und in ein Programm zu investieren macht sich am Ende schon positiv bemerkbar. Das drückt sich zum einen in einem qualitativ besseren Ergebnis aus oder schlicht darin, dass man selbst effektiver und schneller in der Produktion von Inhalten ist.

Im Sinne eines optimalen Klangs habe ich mich auf die Suche nach einem professionellen und gleichzeitig finanziell erschwinglichen Mikrofon begeben. Dabei ist am Ende die Wahl auf das NT-USB der Firma Rode gefallen. Diese Entscheidung gerade bei einem Audioformat auf ein qualitativ hochwertiges Mikrofon zu setzen habe ich bis heute nicht bereut und würde dies auch jedem der sich mit der Idee beschäftigt dringend empfehlen. Ob es nun ein Standmikrofon ist oder auch ein professionelles Headset, so stellt sich der Effekt eines wesentlich besseren Hörerlebnisses schon nach dem ersten Vergleich ein.

Auch wenn man über den Rechner und die verbauten Lautsprecher Ton bekommt, empfiehlt es sich für den Ton einen Kopfhörer bzw. ein Headset zu benutzen. Zum einen höre ich als Gastgeber die Gesprächspartner sehr viel besser und es gibt weder Rückkopplung noch ein nerviges Echo von den Lautsprechern. Ich habe mich nach einigen Episoden, bei denen ich auch mit den Apple Airpods Gespräche durchgeführt habe, wieder für die kabelgebundenen Kopfhörer entschieden. Leider haben sich die Airpods einige Male ohne Grund und Voranmeldung im laufenden Gespräch abgemeldet. Das hat nicht nur mich aus der Konzentration gerissen, sondern u.U. auch meinen Gesprächsgast und ich bin dann unsicher ob auch wirklich alles so wie gewünscht mit aufgenommen wird. Trotz der Verbindungsabbrüche zwischen Rechner und Airpods hat zumindest das immer geklappt, aber um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich stets zum USB- bzw. Kabelkopfhörer tendieren.

  • Laptop Win 10

Was die Hardware und die grundsätzlichen Voraussetzungen angeht, erfüllt man diese mit einem handelsüblichen Laptop heutzutage in den meisten Fällen ohne Probleme. Was ich zusätzlich noch empfehlen würde ist, die Nutzung einer externen Festplatte um eine Sicherheitskopie von durchgeführten Gesprächen, dem dazugehörigen Material und dem fertigen Folgen anzulegen. Sollten Sie bereits Systemsicherungen auf einer externen Festplatte durchführen, sollten Sie die Ordner der Podcasts mit in die Sicherungsroutine aufnehmen.

Welche Software ist geeignet?

Ähnlich wie bei der Technik kommt es auch bei der Software auf die technischen Voraussetzungen und persönliche Präferenz an. Hat man beispielsweise bereits eine Software im Einsatz, mit der Sie Gespräche online führen und aufzeichnen können, kann man diese Konstellation durchaus auch für die Podcast-Produktion verwenden. Entscheidend ist am Ende nur, dass Sie die Audiospur für die anschließende Bearbeitung erstellen können.

Nach unseren Einschätzungen wohl eines der am weitverbreitetsten Tools, um Online-Meetings durchzuführen. Sollten sie bereits über ein Tool wie MS Teams verfügen, planen Sie die Gesprächstermine mit Ihren Gästen wie gewohnt über Teams und zeichnen dann (nach entsprechender Absprache mit den Gästen) Ihr Gespräch auf. Um in dieser Konstellation auch eine separate Audio-Datei eines Gesprächs für die Verarbeitung zu bekommen, verwenden wir das Tool NCH SoundTap. So können Sie Ihren Podcast wie gewohnt im Schnitt- und Bearbeitungstool Ihrer Wahl erstellen, bearbeiten und zum Schluss in das von Ihnen gewünschte Format (in unserem Fall in .mp3) exportieren.

Haben Sie alle Audiospuren beisammen, entsteht nun die Podcast-Folge in der Bearbeitung. In diesem Falle arbeiten wir für unsere Podcasts mit dem Freeware Audioprogramm Audacity. Für den Vor- und Abspann nutzen wir eine eigens für den IPI Podcast erstellte Audiosequenz, die auch für den Wiedererkennungseffekt unseres Podcast sorgt. Haben Sie diese Möglichkeit  nicht zur Erstellung eigener Sounds oder Effekte, so findet man hierfür im Netz reichlich Material, welches Sie in solchen Fällen verwenden können.

Mein aktueller Favorit, wenn es darum geht virtuell Gespräche durchzuführen, sie aufzuzeichnen und später die Audio- und Videodateien zum Download angeboten zu bekommen. Gerade wenn Sie es Ihren Gesprächsteilnehmer einfach machen möchten dem Gespräch beizutreten (ohne Download einer Software und ohne Registrierung o.ä.), kann ich StreamYard jedem wärmsten empfehlen. Vor allem wenn Sie das Podcast-Format zukünftig weiter ausbauen möchten und Gespräche Live auf Social Networking Plattformen wie Facebook, YouTube oder LinkedIn übertragen möchten. Dies können Sie, inklusive diverser Branding Möglichkeiten, mit wenigen Mausklicks tun.

Ob Sie Photoshop oder das von Microsoft vorinstallierte Programm zur Bildbearbeitung oder eine Open Source Software wie Gimp verwenden spielt am Ende nicht die entscheidende Rolle. Wichtig ist nur, dass Sie ein Bildbearbeitungsprogramm haben um die Coverbilder Ihrer Podcasts entsprechend zu erstellen. Versuchen Sie in den Covern über die Zeit hinweg das gleiche Layout, dieselbe Bildsprache oder gar einen Schriftzug/Logo zu verwenden. So schaffen Sie bereits über das Cover Ihres Podcast einen Wiedererkennungswert für Ihre Zuhörer. Egal ob extern oder intern haben Sie so auf dem Cover die Chance Ihrer Folge „ein Gesicht“ zu geben.

  • Rode Reporter (Mobile App)

Sind Sie unterwegs und haben entweder spontan die Möglichkeit sich mit einem Gesprächspartner auszutauschen oder möchten selbst etwas aufnehmen, kann man das auch ohne Problem mittels einer Mobile App tun. Die dort aufgezeichneten Audiospuren können Sie dann wie gewohnt im mp3-Format im Bearbeitungstool Ihrer Wahl bearbeiten, optimieren und Ihrem Podcast hinzufügen.

Hosting und Veröffentlichung

Möchten Sie externe Podcasts erstellen und mit der Öffentlichkeit teilen, sollte man sich nach einem Hosting-Anbieter umschauen. Dieser ist nicht nur für das reine Hosting Ihrer Folgen verantwortlich, sondern verteilt Ihren Podcast je nach Bedarf auch auf den allseits bekannten Streaming Plattformen wie Deezer, Spotify oder Apple Podcast. Natürlich kann man all das bis zu einem gewissen Grad auch selbst tun, aber es ist schon wesentlich einfacher und komfortabler, wenn man einen Dienstleister hat, der sich um alles Wichtige kümmert.

Wir haben uns auf Grund des Preis- / Leistungsverhältnisses für das Hosting auf Podigee entschieden. Entscheiden können Sie sich zwischen den Plänen Basic (12 € je Monat bei Jahreszahlung), Advanced (25 € je Monat bei Jahreszahlung) und einem maßgeschneiderten Angebot. Uns reicht das Basis-Paket, mit dem wir nach wie vor sehr glücklich und zufrieden sind. Auch wenn man in der Bearbeitung eines Podcast viel am Ton „machen“ kann, haben Sie die Möglichkeit die Qualität beim Upload nochmals durch den (ansonsten kostenpflichtigen) Dienst Auphonic zu optimieren. Ein weiterer Pluspunkt eines Hosting Anbieters ist, dass man immer Zugriff auf die aktuellen Zugriffszahlen auf allen jeweiligen Streaming Plattformen im Überblick hat.

Was heißt all das nun für Ihren Podcast in der internen Kommunikation? Die Konzeption, die Technik und die Produktion sind, egal ob für den internen den externen Gebrauch, identisch und damit genauso wie hier beschrieben. Sie sollten stets wissen wer Ihre Zielgruppe ist und was Ihre Themen sind, die Sie mit Ihrem Podcast behandeln möchten. Einzig bei der Art und Weise wie Sie Ihre Episoden zur Verfügung stellen, weicht die interne Vorgehensweise von der externen ab. So können Sie beispielsweise intern eine Dokumentenbibliothek in Ihrer SharePoint-Umgebung erstellen und dort sämtliche Episoden in Form von mp3-Dateien zentral hinterlegen. Veröffentlichen Sie für jeden neue Episode einen Neuigkeiten Beitrag und binden dort die dazugehörige mp3-Datei ein und ergänzen Sie die News mit weitergehenden Informationen zum Inhalt der Episode. Aktivieren Sie die Kommentarfunktion, um Feedback von den Mitarbeitern zu bekommen und gehen Sie in den Dialog.

Außerdem möchte ich Ihnen nochmals unser Lösungsbeispiel „Interne Kommunikation mit dem Modern Intranet“ ans Herz legen. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Podcast prominent im Intranet platzieren können. Außerdem sehen Sie, wie eine moderne digitale interne Kommunikation nahe am Standard mit SharePoint online und weiteren Office 365 Diensten aussehen kann.

So und jetzt bin ich gespannt auf Ihr Feedback und freue mich auf einen Austausch mit Ihnen.


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    Andreas Schulze-Kopp