Ist Ihnen „Requirements-Engineering“ (RE) ein Begriff? Selbst wenn nicht, haben Sie davon wahrscheinlich schon in dem ein oder anderen Projekt profitiert. Aber was verbirgt sich dahinter? Wir klären Sie auf.

Unter Requirements-Engineering versteht man eine Anforderungsanalyse, also das Ermitteln, Beschreiben und Prüfen von Anforderungen. Des Weiteren gibt es noch den Begriff des Requirements-Managements, was das Verwalten der Anforderungen beschreibt. Da das RE typischerweise bei Softwaresystemen zum Einsatz kommt, werden wir in diesem Artikel speziell darauf eingehen.

Beim RE definiert man verschiedene Anforderungen im Vorfeld des Projektstarts: die Leistungen eines Produktes/Prozesses oder auch der am Prozess beteiligten Personen. Jedoch geht es hierbei nicht nur um technische Aspekte. Auch ein soziales Ziel darf nicht vergessen werden: am Ende sollen Stakeholder und Projektbeteiligte stehen, die haargenau wissen, welche Schritte gegangen werden müssen um das Projekt zum Erfolg zu führen.

Ziel ist es, im RE-Prozess die Anforderungen des Projektes klar zu ermitteln und zu beschreiben. Auch die Prüfung und Verwaltung der einzelnen Aspekte gehört dazu. Was hier auch nicht vergessen werden sollte: die klassische Mitarbeiterbefragung. Denn die User wissen am besten welche Bedürfnisse und Wünsche das neue System bedienen soll. Je klarer im Vorfeld alles definiert und ausgearbeitet wurde, desto besser können die einzelnen Schritte und Meilensteine geplant werden.

Sie denken, um Requirement-Engineering einzusetzen, braucht es eine lange Vorbereitung? Falsch! Sobald man sich Gedanken darüber macht, wie das zukünftige System aufgebaut werden kann oder welche Funktionen enthalten sein sollen, ist die Verfahrensweise schon im Einsatz. Nichtsdestotrotz ist ein strukturiertes Vorgehen dabei wichtig – einfach so drauf los legen bringt oft nicht das gewünschte Ergebnis. Und je größer das Projekt, desto umfangreicher ist natürlich der Prozess. In der Regel geht der Requirements-Engineer, der ein interner oder externer Mitarbeiter sein kann, diesen Weg zusammen mit den Stakeholdern. Wichtig ist hierbei noch das Dokumentieren der Ergebnisse, damit Entscheidungen auch zu einem späteren Zeitpunkt nachvollzogen werden können.

Welche negativen Auswirkungen hat es, RE nicht einzusetzen?

Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass das neue System nicht von den Nutzern angenommen wird. Grund hierfür: keiner wurde nach seinen Wünschen gefragt und die Mitarbeiter fühlen sich vor vollendete Tatsachen gestellt. Ein weiterer Punkt ist, dass die Entwickler das System nicht korrekt bauen, da sie nicht alle Arbeitsweisen und Aufgaben der einzelnen Abteilungen kennen und anhand von Vermutungen vorgehen. Ebenfalls ein Klassiker im Projektvorgehen: der Verzug. Viele Abstimmungsrunden, die gedreht werden müssen, oder Nacharbeiten nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Um dem entgegenzuwirken ist eine dokumentierte Anforderungsanalyse essenziell. Selbst ein komplettes Scheitern ist nicht abwegig.

Lohnt sich also der Aufwand?

Wie Sie sich sicher denken können, ist so ein Prozess nicht eben mal schnell erledigt. Es gilt, im Vorfeld so genau wie möglich zu arbeiten, damit auf dem Weg zum Endergebnis möglichst wenig Stolpersteine auftauchen und die Umsetzung rasch voran geht. Selbstverständlich ist dies mit einem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Fakt ist jedoch, dass sich diese Investition lohnen wird, denn Sie werden dank der guten Vorbereitung weniger Fehler im Projekt selbst lösen müssen und bekommen ein qualitativ hochwertiges System, da die verbleibende Zeit anstatt in die Fehleranalyse und -behebung in die Qualität investiert werden kann.

Haben wir Ihr Interesse an Requirements-Engineering geweckt? Selbstverständlich stehen unsere Experten mit ihrer langjährigen Erfahrung mit Rat und Tat zur Seite wenn Sie die Anforderungsanalyse in Ihrem Projekt anwenden möchten. Melden Sie sich einfach bei uns, wir helfen gerne weiter!

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    Christina Reif