Im letzten Beitrag unserer Serie haben wir die Power Platform von Microsoft und die Nintex Process Platform kurz vorgestellt. Heute vergleichen wir PowerApps mit Forms. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es?

Gemeinsamkeiten der Anwendungen

Die Plattformen gleichen sich in einigen Punkten. Beide…

  • sind Browser-basierte Designer-Umgebungen. Das heißt Sie öffnen die Anwendungen in einem Browser-Tab und designen dort Ihre Eingabemöglichkeiten.
  • haben das Ziel dynamische, responsive und moderne Formulare und Apps zu erstellen.
  • können auch externe Datenquellen verwenden.
  • sind mobil verfügbar.
  • lassen sich an ein SharePoint-Listenelement binden.
  • haben Optionen dynamisch auf Eingaben zu reagieren, basierend auf festgelegten Regeln.

Bei all diesen Gemeinsamkeiten unterscheiden sich die Tools an einigen Stellen.

Unterschiede zwischen den Plattformen

Wie im vorigen Beitrag schon erwähnt wurde, ist PowerApps cloudbasiert und benötigt SharePoint Online für die Nutzung. Dafür lässt es sich in andere Office 365 Apps integrieren, wie z. B. Microsoft Teams. Nintex Forms bietet dagegen Cloud- und On-Prem-Lösungen an.

Ein Unterschied liegt besonders in der Benutzerfreundlichkeit. Die Suite der Power Platform ist nicht ganz so intuitiv und einfach bedienbar. Um ansprechende, dynamisch (Power)Apps zu gestalten, muss eine steile Lernkurve überwunden werden. Vor allem responsive Apps zu erstellen offenbart sich als anspruchsvoll. Für die Nutzung der Plattform benötigen Sie zwar kein Informatikstudium. Dennoch ist es von Vorteil, wenn man ein wenig technisch-versierter ist, da Notationen ähnlich der Programmierung benutzt werden.

Nintex Forms hingegen bietet eine intuitive und leicht verständliche Oberfläche. Die meisten Anpassungen sind konfigurativ und ohne eine Zeile Code zu lösen. Daher eignet sich das Tool besonders für die Citizen Developer, also jeder der eine Maus bedienen kann. Ein anständiges Training ist dennoch zu empfehlen, wie unsere Nintex Forms & Mobile Schulung.

Der nächste Vergleichspunkt betrifft das Thema Lizenzen. Für PowerApps braucht jede:r Benutzer:in eine Berechtigung. Bei Forms ist das komplette Unternehmen lizensiert und steht somit allen Mitarbeitenden zur Verfügung.

Als Letztes betrachten wir die Premium-Features der beiden Tools. Das Angebot von Microsoft bietet eine AI-Integration. Hardware-Komponenten können so direkt in der App benutzt werden, z. B. ein Barcode-Scanner oder Corona-Test. Das Premium Feature von Forms ist die Sign-Integration, mit der Sie Dokumente für eine elektronische Signatur versenden können. Hier finden wir die AI-Integration sehr praktisch und ansprechend.

Mit den Tools arbeiten

Wie oben schon erwähnt, präsentiert sich Nintex Forms sehr benutzerfreundlich, es wirkt alles sehr rund und weich. Felder lassen sich per Drag & Drop verschieben und können so schnell und einfach angepasst werden. Unter dem „Styles“ Reiter gibt es zahlreiche gute Designmöglichkeiten, die durch Klicken anzuwenden sind – kein Code notwendig. Die Gestaltungsauswahl ist hier auch umfangreicher als in PowerApps.

Ähnlich bei den Regeln: alles lässt sich nur durch Klicken und Auswählen einstellen. Das dritte Bild zeigt, wie eine Regel erstellt wurde. Diese besagt, dass das Kommentarfeld nur eingeblendet wird, wenn bei „Kommentar“ ein Häkchen gesetzt ist.



PowerApps sieht im Vergleich viel technischer aus und ist es auch in der Anwendung. Nehmen wir wieder das Beispiel mit dem Kommentarfeld und die Regel der Sichtbarkeit.

Sie markieren zuerst das Kommentarfeld (jedes Feld hat einen bestimmten Namen) und wählen links oben in der Auswahl „Visible“ aus. Danach geben Sie in der Bearbeitungsleiste den Namen und den Befehl an.

Dieses Beispiel zeigt sehr gut, dass die Anwendung von Microsoft etwas komplizierter und nicht ganz so intuitiv ist. Es lässt sich eher als „low-code-solution“ beschreiben, während die von Nintex als „no-code-solution“ angesehen werden kann.

Mit PowerApps lassen sich dafür viele unterschiedliche Datenquellen verknüpfen. Dadurch können Sie verschiedene Apps, angepasst an die individuellen Anforderungen Ihres Unternehmens, erstellen.



Zusammenfassend können wir sagen, dass PowerApps und Forms sehr leistungsstarke Tools für die Erstellung von Formularen und Apps sind. Beide bieten bemerkenswerte Möglichkeiten, um low- bzw. no-code-Lösungen zu entwickeln. Letztendlich kommt es bei einer Auswahl auch immer auf den speziellen Use Case, die Präferenz des Users, und die Verfügbarkeit der Tools, sprich Lizenzen, an.

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Bei Rückfragen aller Art können Sie sich selbstverständlich gerne an uns wenden.

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    Ireen Scholze